Industrie auf dem Weg zur Klimaneutralität

Zahlreiche große Unternehmen in Deutschland befinden sich bereits auf dem Weg zur Klimaneutralität. Sie entwickeln innovative Produkte und Verfahren, um klimaneutrale Produkte auf den Markt zu bringen. Auch für ihre Produktionsstätten und die vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsketten planen sie eigene Strategien, um bereits heute die Emissionen zu reduzieren. 

In ihrem ​​Bericht „Auf dem Weg zur Klimaneutralität: Unternehmerischer Klimaschutz in der Praxis“ geben Förderunternehmen der Stiftung 2° Einblicke in die Praxis des Klimaschutzes der Schlüsselbranchen Erneuerbare Energien, Industrie, Gebäude sowie Mobilität und Digitalisierung. Die Unternehmen zeigen, wo sie auf ihrem Weg zur Klimaneutralität stehen und welche Erwartungen sie an die Politik haben, damit ihre Transformation gelingt.

Die Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die Herausforderungen für die Unternehmen je nach Branche und Geschäftsfeld sind. Sie demonstrieren aber auch eindrücklich, wie weit sie bereits auf dem Weg zur Klimaneutralität fortgeschritten sind. 

Breites Spektrum an beteiligten Unternehmen

Beteiligt haben sich Unternehmen der Bau- und Gebäudebranche, wie Rockwool und Deutsche Wohnen SE, im Bereich Mobilität Unternehmen, wie die Gegenbauer Holding SE & Co. KG und die Deutsche Post DHL Group, sowie im Bereich Energie und Industrie, wie die EnBW AG und Aurubis AG. Alle haben sich bereits eigene Ziele zur Dekarbonisierung gesetzt oder legen ihre Ziele noch im Verlauf des Jahres fest.

Diese Unternehmen zeigen, es liegt nicht mehr nur an der Wirtschaft, ob wir in Deutschland diesen Weg gehen - sie sind bereits unterwegs. Dieser Weg braucht auch geeignete politische Maßnahmen zur Flankierung des Prozesses, der sicher kein Spaziergang sein wird. Das machen alle beteiligten Unternehmen in diesem Bericht deutlich mit ihren Forderungen an die Politik.

Forderungen deutscher Unternehmen an die Politik

Essentiell für die Klimaneutralität ist ein ambitionierter Ausbau der erneuerbaren Energien. Hier müssen dringend bürokratische Hürden abgebaut und Verfahren beschleunigt werden, um die Ziele erreichen zu können.

Weitere politische Maßnahmen sind notwendig, damit Leitmärkte für nachhaltige Produkte entstehen und ein wirksamer Carbon-Leakage Schutz sichergestellt wird. Dazu gehören Marktanreize, Produktnormen, -kennzeichnungen und möglicherweise auch Quoten.

Es ist auch der Ausbau der Förderprogramme und der gesetzlichen Vorgaben notwendig, zum Beispiel um die Sanierungsrate im Gebäudebestand anzuheben - ohne die Mieter finanziell zu belasten, damit die Akzeptanz gewahrt bleibt.

Im Bereich Verkehr fordern die Unternehmen die Entwicklung von wirtschaftlichen Lösungen, die im Einklang mit den Klimazielen stehen. Sie wünscht sich unter anderem eine verbesserte Infrastruktur, insbesondere für den Schienenverkehr. Für den Ausbau der Elektromobilität ist eine verstärkte Förderung der gewerblichen Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge erforderlich, wie auch praktikable und einheitliche Standards für das Laden und Bezahlen an Ladesäulen.

Ferner wird deutlich, dass es zur Umsetzung aller Maßnahmen mehr gut ausgebildete Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt braucht. Außerdem sollten bürokratische Hemmnisse abgebaut und Genehmigungsprozesse verkürzt werden, um die Umsetzungsgeschwindigkeit nicht zu behindern.

Nächste Bundesregierung hat die Stellhebel für die Zukunft in der Hand

„Klimaschutz ist das Modernisierungsprogramm für den Wirtschaftsstandort Deutschland, denn es schafft zukunftsfähige Arbeitsplätze, sichert die Wettbewerbsfähigkeit für den Industriestandort und stärkt die gesellschaftliche Resilienz,“ so Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung 2°. 

„Die nächste Bundesregierung hat die Stellhebel für unsere Zukunft in der Hand. Was sie nicht anpackt und bewegt, werden die nachfolgenden Generationen zu spüren bekommen.“

Nach der Bundestagswahl braucht es nun eine engagierte und umsetzungsorientierte Klimapolitik, die Unternehmen sektorspezifisch auf ihrem Weg unterstützt, Investitionen in neue Technologien über langfristige Planungshorizonte absichert und die Wirtschaft antreibt, ihre Innovationskraft weiter in den Dienst eines ehrgeizigen Klimaschutzes zu stellen.


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